Metaphylaxe
Wenn die Stoffwechselstörung, die zur Steinbildung geführt hat, nicht behoben wird, leiden mehr als die Hälfte aller Patienten innerhalb kurzer Zeit unter erneuten Rezidiv-Steinen.
Daher ist es von großem Interesse, konkrete individuelle Empfehlungen zur Harnstein-Metaphylaxe zu entwickeln, die dazu beitragen sollen, das Risiko für eine wiederholte Steinbildung zu senken.
Dafür benötigt der Urologe neben einer allgemeinen Funktionsprüfung der Harnorgane zwei wichtige Informationen:
1. Jeder Harnstein sollte genau hinsichtlich seiner Bestandteile untersucht werden. Man unterscheidet drei Gruppen von Harnsteinen:
Steine als Folge genetisch bedingter Stoffwechselstörungen sind Zystin und Xanthin,
Steine im Zusammenhang mit Infektionen der Harnwege bestehen meist aus Struvit (Kalzium-Magnesium-Phosphat)
Bei falschen Ernährungsgewohnheiten oder erworbenen Stoffwechseldefekten findet man häufig Harnsäure-, Kalziumoxalat- oder Kalziumphosphatsteine.
2. Jeder Harnstein-Patient sollte seine Stoffwechsel-Situation überprüfen lassen. Neben den allgemeinen Messwerten wie Körpergröße und Gewicht (BMI=Body Mass Index) sowie Blutzucker, Blutfetten und Leberwerten wird insbesondere die Nierenfunktion sehr genau überprüft. Hierzu werden aus einer Urinprobe, die sich nach einer 24-stündigen Sammelperiode ergibt, eine Vielzahl von Parametern ermittelt, die mit dem Risiko einer Steinbildung in Verbindung gebracht werden:
Harnsäure, Kalzium, Natrium, Phosphat und Oxalat können Harnsteine auslösen,
Magnesium und Zitrat im Urin helfen das Steinbildungsrisiko zu senken.
Aus diesen Informationen kann für jeden Patienten eine individuelle Empfehlung
zusammengestellt werden, die dazu beitragen soll, das Risiko für eine erneute
Steinbildung so gering wie möglich zu halten. Der Urologe unterscheidet zwischen
allgemeinen und spezifischen Maßnahmen
zur Metaphylaxe (siehe Seite 4).