Zystinsteine
Bei
der erhöhten Zystinausscheidung (Zystinurie) handelt
es sich um eine angeborene Stoffwechselstörung, die nur
durch die Kombination mehrerer Therapie-Bausteine sinnvoll behandelt
werden kann. Entscheidend ist dabei die Absenkung der täglichen
Zystinausscheidung unter 300mmol in 24 Stunden und eine möglichst
maximale Alkalisierung des Urin-pH-Werts. Oftmals ist dieses
Ziel nur durch die Einnahme von Medikamenten zu erreichen. Die
Verordnung des Urologen sollte unbedingt eingehalten werden,
da die Zystinurie ohne adäquate Therapie schon innerhalb
weniger Jahre zum Verlust der Nierenfunktion führen kann.
Ergänzend ist es sinnvoll, einige Diätempfehlungen
umzusetzen:
Die
Proteinzufuhr sollte eingeschränkt werden; eiweißreiche
Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Wurstwaren, Eier, Weich-
und Hartkäse, Nüsse und Hülsenfrüchte (insbesondere
Sojabohnen) sollten gemieden werden.
Eine
hohe Natriumzufuhr kann die Zystin-Ausscheidung erhöhen.
Daher sollte der Gehalt an Kochsalz in der Nahrung möglichst
gering gehalten werden. Dies kann erreicht werden, wenn überwiegend
frisch zubereitete Nahrungsmittel aufgenommen werden, bei der
Würzung möglichst wenig Salz verwendet wird (Kräuter-Würzung)
und vor allem bei Tisch auf das nachträgliche Zusalzen
verzichtet wird.
Verarbeitete Nahrungsmittel wie Fertiggerichte, Konserven,
geräucherte und gepökelte Produkte enthalten z.T.
erhebliche Mengen an Natrium (Salz) und sollten daher vermieden
werden.
Eine überwiegend vegetarische Kost ist relativ proteinarm
und wirkt harnalkalisierend. Pflanzliche Nahrungsmittel wie
Gemüse, Salate, Obst und Getreideerzeugnisse sollten daher
den Hauptbestandteil der Kost ausmachen.
Bevorzugte
Getränke sind Mineralwässer mit ca. 1500mg
Gehalt an Hydrogencarbonat (HCO3-) und harnneutrale Getränke
wie Nieren-, Blasen-, Früchtetees und verdünnter
Apfelsaft. Der Konsum von Bohnenkaffee und schwarzem Tee sollte
auf ca. zwei Tassen pro Tag beschränkt bleiben. Alkoholische
Getränke sowie Cola und Limonade sollten gemieden werden.
Zum
Schluss noch ein Rat für Patienten, die Schwierigkeiten
damit haben, die empfohlene Trinkmenge zu sich zu nehmen:
Richten Sie die Getränke für den Tag schon morgens.
Plazieren diese zusammen mit einem Trinkgefäß (Glas,
Trinkhalm oder Tasse) an einem zentralen Ort in Ihrer Wohnung,
den Sie regelmäßig passieren. Nehmen Sie jedes Mal,
wenn Sie an Ihren Getränken vorbei kommen, einen kräftigen
Schluck. Sie werden selbst überrascht sein, wie leicht
Sie mit dieser Methode Flüssigkeitsmengen von 2,5 Litern
und mehr spielend konsumieren.
(Rechenbeispiel: Aufstehen 08.00 Uhr, Bettruhe 22.00 Uhr. Aktive
Zeit: 14 Stunden. Trinkmenge nach jeweils 30 Minuten 100ml
= halbes Trinkglas, ergibt eine Tages-Trinkmenge von 2,8 Litern)