Psychologische
Unterstützung
Mit den Fortschritten in der Reproduktionsmedizin und der organischen Ursachenbeschreibung
bezogen sich in den vergangenen Jahren viele Informationen nur auf die rein medizinischen
Aspekte der Infertilität. Heute werden in der modernen Kinderwunsch-Behandlung
zunehmend medizinische und psychologische Aspekte gemeinsam berücksichtigt.
Von vielen Paaren wird der unerfüllte Kinderwunsch als schwere emotionale
Belastung wahrgenommen. Darüber hinaus weisen Paare während der In-vitro-Fertilisation
IVF und der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion ICSI kurzfristig psychische
Belastungen mit erhöhten Werten für depressive Symptome, Angst und
Stress auf. Die größte Belastung besteht während der Wartezeit
nach dem Embryotransfer und nach einem erfolglosen Behandlungsversuch.
Es gibt verschiedene Arten von psychologischer Unterstützung bei ungewollter
Kinderlosigkeit. Neben Informationsbroschüren, Multimedia-Produkten (z.B.
DVD), Telefonberatung und Selbsthilfegruppen existieren diverse Beratungs-Angebote:
psychodynamische / psychoanalytische Interventionen, Entspannungsverfahren, kognitiv-verhaltenstherapeutische
Therapien und integrative Ansätze. Diese Interventionen werden meist parallel
zu einer medizinischen Behandlung angeboten. Für viele Paare ist aber der
offene Umgang mit Infertilität und der Inanspruchnahme von psychologischer
Hilfe nicht einfach. Hier bietet das Internet den Vorteil, dass sich Betroffene
leicht und vor allem anonym informieren können. Konkrete Unterstützung
erhalten Paare im Internet durch das
interaktive Selbsthilfe-Programm "Kinderwunsch
Online Coaching" der Universität Bern.
Die Teilnehmer werden von ausgebildeten Psychotherapeuten betreut.