Moderne
Untersuchungsmethoden
3. Sonographie:
Wer kennt nicht die Bilder von ungeborenen Kindern im Mutterleib, die im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge aufgenommen werden? Ebenso können Form und Lage vieler weiterer Organe des Bauchraumes sehr genau abgebildet werden, um medizinische Informationen über sie zu gewinnen. Die Ultraschall-Untersuchung verwendet sehr hohe Frequenzen zwischen drei und zehn Megahertz, die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sind. Diese Frequenzen werden von den inneren Organen in unterschiedlicher Stärke reflektiert und mittels spezieller Computer-Programme in eine optische Darstellung umgewandelt.
Eine Weiterentwicklung der Sonographie ist die Doppler-Technologie, mit der die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen gemessen werden kann. Damit ist es nicht nur möglich, die Vitalität eines Organs zu beurteilen, sondern auch durch die Gefäßarchitektur Hinweise für die Gut- oder Bösartigkeit eines Gewebeknotens zu erhalten.
Eine dritte Neuentwicklung hat schließlich dazu beigetragen, dass der Prostata-Krebs heute zu über 90% in einem frühen, heilbaren Stadium erkannt werden kann. Beim Transrektalen Ultraschall wird dabei mittels einer über den After eingeführten Sonde eine besonders genaue Darstellung der Gewebestruktur der Prostata geliefert.
Besonders positiv bei allen Techniken: Schallwellen haben keinerlei negative Auswirkungen auf den Körper, so dass die Sonographie jederzeit zur Kontrolle wiederholt werden kann.
4. Endoskopie:
In zahlreichen medizinischen Disziplinen gehört es heute zum diagnostischen Standard, das Innere des Körpers mit optischen Geräten zu betrachten. Auch in der Urologie kann so dank flexibler Endoskope der gesamte Harntrakt von der Harnröhre bis zum Nierenbecken komfortabel und schmerzfrei inspiziert werden. Außerdem ist es möglich, unter Narkose endoskopische Operationen ohne Hautschnitt durchzuführen.
5. Röntgen:
Durch die Gabe spezieller Kontrastmittel können durch Röntgen besonders feine Strukturen an den Nieren und den ableitenden Harnwegen sehr präzise abgebildet werden.
Befürchtungen vor organischen Beeinträchtigungen durch solche Untersuchungen sind weitestgehend unbegründet, da die neueste Generation computergesteuerter Röntgengeräte die Strahlenbelastung für den Körper stets so gering wie möglich hält.
Überdies wird der Einsatz von Röntgenstrahlen in der Medizin durch die Röntgenverordnung streng geregelt. Röntgenuntersuchungen dürfen danach nur dann durchgeführt werden, wenn im individuellen Fall keine andere Technik einen vergleichbaren diagnostischen Aussagewert besitzt.
6. Urodynamik:
Die Harnblase hat die Aufgabe, den von den Nieren kontinuierlich produzierten Urin zu speichern, bis sich eine geeignete Gelegenheit zur Entleerung bietet. Das komplexe Wechselspiel zwischen Speicherung und Entleerung wird primär autonom von der Blase selbst gesteuert, bis das Gehirn als übergeordnetes Zentrum die bewusste Kontrolle über die reflektorischen Abläufe übernimmt. Zur exakten Feststellung der Ursache für eine Störung der Blasenfunktion wie unwillkürlicher Urinverlust oder häufiger Harndrang simuliert die urodynamische Untersuchung Füllung und Entleerung der Harnblase, wobei sämtliche Druckparameter fortlaufend gemessen werden. Diese wenig belastende Untersuchung ist der Wegweiser zur richtigen Therapie.
7. Weitere Techniken:
Drei weitere Untersuchungsmethoden sollen hier nur kurz erwähnt werden. Sie zählen nicht zum Standard einer urologischen Praxis, sind aber für die urologische Diagnostik durchaus von Interesse.
Die Computer-Tomographie (griech.: tomos Schnitt, graphein zeichnen) erzeugt durch die digitale Verarbeitung der aufgenommenen Röntgenimpulse hochaufgelöste Schnittbilder und macht damit sogar dreidimensionale Rekonstruktionen der untersuchten Körperteile möglich.
Ähnliche Bilder liefert die Kernspin-Tomographie, die mit elektromagnetischen Wellen arbeitet.
Die Isotopen-Nephrographie zeichnet nach Injektion eines radioaktiv markierten Kontrastmittels Durchblutung, Funktionsleistung und Abflussdynamik der Nieren auf.