Medizinhistorischer Rückblick I
Die
Geschichte der Urologie lässt sich bis weit ins Altertum zurückverfolgen.
Der älteste dokumentarisch festgehaltene urologische Eingriff
ist die Circumcision. Eine rituelle Beschneidung der Vorhaut
wurde nicht nur bei den Hebräern und den alten Ägyptern, sondern
auch bei zahlreichen afrikanischen Stämmen, bei den Eingeborenen
Australiens sowie bei einigen Völkern Mittel- und Südamerikas
vorgenommen. Die Darstellung einer Circumcision ist auch die
vermutlich erste künstlerische Abbildung einer chirurgischen
Technik überhaupt; sie findet sich auf einem rund 4.500 Jahre
alten Grabrelief im ägyptischen Sakkara.
Auch die gestörte Harnableitung
war schon seit jeher Gegenstand ärztlicher Bemühungen. Nieren-
und Blasensteine plagten nachweislich bereits unsere frühesten
Vorfahren. Daraus resultierten immer wieder Versuche, die Betroffenen
durch einen chirurgischen Eingriff von ihrem schmerzhaften Leiden
zu befreien. Bis vor etwa 150 Jahren gab es trotz der zahlreichen
Todesfälle allerdings keine andere Möglichkeit, als den risikoreichen
Versuch einer Steinschnitt-Operation zu wagen.