Medizinhistorischer
Rückblick III
Der erste brauchbare Versuch einer Blasenspiegelung von Ph. Bozzini bestand im Jahr 1806 darin, das Licht einer Kerze mittels Reflex-Spiegel in die Blase zu bringen. 1865 gelang es A.J. Desormeaux erstmals, mit seinem 1853 vorgestellten, auf Bozzini aufbauenden Endoscope unter Sicht einen Tumor der Harnröhre zu operieren. Mitte des 19.Jh. forschten viele Fachdisziplinen an der Möglichkeit, Organe zu spiegeln. Die Begründung der modernen Urologie geht nicht zuletzt auf Max Nitze zurück, der 1877 sein erstes Zystoskop vorstellte, das 1879 erstmals am lebenden Patienten eingesetzt wurde. Die entscheidende Neuerung bestand darin, dass sich die Lichtquelle, ein glühender Platindraht, an der Spitze des Instruments und somit in der Blase befand. Die Entwicklung der Glühlampe durch Th.Edison verhalf der Zystoskopie zum wahren Durchbruch. 1886 konnte ein Instrument gebaut werden, das mittels eines Mikrobirnchens die gefahrlose Spiegelung der Blase ohne Schmerzen oder Verbrennungen erlaubte.
1874 führte E.Bottini mit der galvanokaustischen Diurese, einem elektrisch erhitzten Platinplättchen, vorerst noch ohne Sicht, den ersten koagulierenden Schnitt in der Prostata durch. Erst um 1920 ermöglichten A. Freudenberg und Goldschmidt durch den Einbau von Optiken das Operieren und Blutstillen unter Sicht. Das erste vollwertige Sicht-Elektro-Resektoskop wurde dann 1927 von A.Stern entwickelt. Dennoch benötigte das Verfahren noch Jahrzehnte an technischem Fortschritt, um sich als heutiges Standard-Verfahren durchzusetzen.